Montag, 16. Februar 2015

Altec Stonehenge III "Reloaded" - Nachbau mit NOS Altec 604-8G (Alnico) und Originalweiche

Der Altec 604 Duplex Treiber dürfte einer der berühmtesten der Hifi-Geschichte sein - und einer der am längsten produzierten. "Duplex" sagt dabei nichts anderes aus, als dass es sich um ein Koaxial-Chassis (bestehend aus einem Basstreiber mit 3"-Schwingspule und einem Druckkammer-Mittel-Hochton-Horn) handelt. Bereits 1944 erschien diese 15"-Variante als Ableger der im Zeitraum 1941-1943 erschienenen 12"-Variante "601". (Weiterführende Infos liefert Wikipedia.)

Im Laufe der Zeit wurde der Treiber ständig weiterentwickelt und die unterschiedlichen Evolutionsstufen bzw. Varianten wurden durch einen an den Namen angehängten Zusatz kenntlich gemacht, z.B. Altec 604-8G - um diesen Treiber soll es hier gehen. Die 8G-Variante wurde zwischen 1973 und 1979 produziert und verwendete als letzte Alnico als Magnetmaterial (die späteren Modelle hatten Ferritantriebe - der vorliegende Treiber stammt von 1974). Der Korb ist aus Aluminium-Druckguss. Beim Horn handelt es sich hier um das berühmte Sectoral-Style-Horn (oder auch Multi-Cellular-Horn) - spätere Varianten (8K) verfügten über das so genannte Mantaray-Horn (benannt nach seinem Erfinder Mantaray), welches vermeintlich über eine gleichmäßigere Abstrahlcharakteristik verfügte (Stichwort: "Constant Directivity"). Wenn man - so wie Björn J. - diesen Treiber samt Originalweiche als NOS-Teil bekommen kann (Du Glücklicher!), dann stellt sich also nur noch die Frage nach der passenden Behausung.


Stonehenge III Testgehäuse aus OSB-Platten



´Gehäuse? Na, das liegt doch auf der Hand - das Altec 620A-Gehäuse!´ So würde der Kenner reagieren, schließlich wird dieser Klassiker auch von Altec selbst empfohlen. Und so sehen die nicht mehr ganz kompakten "Schnuckelchen" dann auf der Zeichnung bzw. "live" aus:



In manchen (Wohn-)Situationen können diese breiten Wonneproppen allerdings etwas zu groß sein, aber es gibt ja Alternativen, z.B. die "Stonehenge III". Sie war das größte der drei Stonehenge-Modelle von Altec (allesamt quasi Laufsteggrazien im Vergleich zur 620A):



Björn entschied sich, das Stonehenge III-Gehäuse zunächst zu Testzwecken kostengünstig aus OSB-Platten zu bauen.

(Kleiner Einschub: Spanplatte, Tischlerplatte, Multiplex, OSB oder auch Vollholz - all diese Materialien können nach meiner Erfahrung gut bis sehr gut klingen, nur MDF ist für Lautsprechergehäuse grundsätzlich völlig ungeeignet. Das spezifische Gewicht von MDF ist viel zu hoch, ergo wird die in Schwingung versetzte Gehäusemasse viel zu groß und schwingt lange nach. Rein subjektiv klingt MDF dadurch stets dumpf, mulmig, langsam und irgendwie leblos.)

Und so sieht der "Werdegang" des Gehäuses dann aus:









Die "universalen" Original-Weichen hat Björn mittlerweile durch von Jeff Markwart entwickelte ersetzt. Die Originalteile waren dann eben doch zu universell und funktionieren mehr schlecht als recht in jeder Situation... (Die beste Weiche ist ohnehin "keine", aber das geht bei Zweiwegern ja schlecht...)


Auf den Hifi-Tagen in Hamburg hatte ich Björn getroffen und er verriet mir, dass das Testgehäuse seine Feuertaufe bestanden habe. Derzeit befindet sich das finale Gehäuse aus Vollholz in der Fertigung. Update folgt!

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