Donnerstag, 18. April 2013

Blog temporarily paused

Bis auf Weiteres geht dieses Blog in ein Sabbatical. Ob und wann es weitergeht, bleibt derzeit offen.
 
Until further notice this blog goes into a sabbatical. Currently I leave it open if and when I will continue this blog.
  
  
Abschließend möchte ich an dieser Stelle kurz die Gelegenheit zum Rückblick nutzen und (zeitlich chronologisch) meine persönlichen zehn Lieblingsposts nennen:

Sonntag, 14. April 2013

Die perfekte HiFi-Komponente - oder: auf der Suche nach dem Heiligen Gral

Wer hätte sie nicht gern, die perfekte HiFi-Komponente? Oder besser noch gleich eine ganze Kette perfekter Geräte - von der Quelle bis zum Lautsprecher -, ebenso perfekt aufeinander abgestimmt und geeignet, den geneigten Hörer in höchste emotionale Sphären zu katapultieren! Glaubt man den markigen Versprechungen (oder Lügen) einiger Werbestrategen, dann sind solche Komponenten selbstredend längst verfügbar. Leider gleicht das Unterfangen des Strebens nach Perfektion auch in diesem Fall der Suche nach dem Heiligen Gral und ist von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Den perfekten Verstärker, Lautsprecher, Plattenspieler, Musik-Server oder was auch immer (geschweige denn die perfekte Musikanlage) gibt es nicht. Punkt. Übrigens auch nicht das perfekte Kabel, das nur mal so am Rande.
  
Rumms! Nach diesem Schlag mitten in Ihr hifideles Gemüt könnte der Artikel an dieser Stelle schon enden, bevor er eigentlich begonnen hat - doch keine Sorge, so einfach wollen wir es uns nicht machen, nicht wahr? Schließlich glauben wir, also Sie und ich, ja ganz fest an die perfekte, na ja, wenigstens NAHEZU perfekte Reproduktion konservierter Musik. Diese Sichtweise hat sich nämlich über die Jahre und Jahrzehnte klammheimlich in unser Unterbewusstsein eingeschlichen und es sich dort bequem gemacht. Wir wurden wider Willen konditioniert: von der HiFi-Presse, der die Superlative ausgingen und die ab gewissen Preisklassen automatisch beim Wörtchen "perfekt" landete, den skrupellosen Händlern, die für die "perfekte" Anlage horrende Margen einzustreichen suchen, von pathetischen Werbebotschafte(r)n, oder - bei Weitem am schlimmsten - sogar von schrägen Beiträgen in HiFi-Foren. Steter Tropfen höhlt eben doch den Stein... Und heute macht Ihnen das Musikhören nicht mehr so recht viel Freude, stimmt´s? Obwohl Sie doch Zeug im Gegenwert eines Kleinwagens in der guten Stube rumstehen haben - da ist was faul.
   
    
Manch einer behauptet, sich alle zwei Jahre beim HNO-Arzt die Ohren durchspülen zu lassen. So gereinigt und körperlich geläutert könne er anschließend viel besser hören und er habe danach wieder mächtig Spaß an seiner Musikanlage. Aha. Ein anderer driftet in die spirituelle Ecke ab und schleppt Schwingungsharmonizer in sein Wohnzimmer oder stellt komische Holzklötzchen unter seine Geräte. Natürlich klingt es jetzt viel - eben - harmonischer (muss es ja auch, bei dem Vermögen, das der Kram gekostet hat; das nennt man übrigens Autosuggestion). Und der Kabel-Nerd hat mal wieder sein (vorläufig) letztes Lautsprecherkabel gefunden, mit dem er alt werden möchte (es soll ja auch Männer geben, die statt mit einer HiFi-Komponente mit ihrer Frau alt werden wollen, aber auch das wieder nur so am Rande). Etwas weniger Silberanteil im Kabel, sagt er, nun kämen die Sibilanten noch seidiger. Liebe Leute, mal ganz jovial und ehrlich: Seid Ihr noch ganz dicht?!
  
Sie erinnern sich bestimmt noch ebenso gut wie ich an Ihre Teenagerzeit, als Sie einen Höllenspaß am Musikhören hatten, und zwar mit einem "Equipment", das nach Ihrer heutigen Bewertung nicht mal mehr zum Fußballhören in der Gartenlaube taugte. Und erstaunlicherweise konnte auch der gepfefferte Sound der Boxen mit Horntröten und Blubberbass damals in der Dorfdisko nicht verhindern, dass Sie mächtig das Tanzbein schwangen, richtig? Und ist es nicht so, dass Sie damals bei Ihren Lieblingssongs das Autoradio ordentlich aufdrehten und lauthals mitsangen?
  
Letzten Endes geht es doch um den Spaß am Musikhören, und der korreliert offenbar nicht unbedingt mit dem Wert oder der Technik einer Anlage oder einer Komponente. Ist die "perfekte Musikreproduktion" gar eine Frage der inneren Einstellung? Womöglich.
  
Falls Sie den einen oder anderen Musiker kennen, dann versuchen Sie einmal, sich mit denen über "high-endige" Musikreproduktion zu unterhalten. Sie werden in den meisten Fällen scheitern und Blicke in der Bandbreite zwischen mitleidig und irritiert ernten, bei humorlosen Vertretern gar bis hin zu böse  oder beleidigt. Wenn ein Musiker Musik will, dann haut er selbst in die Saiten. Und er hat Spaß daran. Fertig. Selbst zart besaitete musische Gemüter, die mit E-Gitarre und Schlagzeug nix am Hut haben sondern eher kammermusikalisch orientiert sind werden womöglich zugestehen, dass sie zu Hause mit einer kompakten Minianlage für neunundachtzigfuffzich Musik hören. Ungeheuerlich, oder? Allerdings wollte mir im Gegensatz zu durchgeknallten High-Endern noch kein Musiker erzählen, er könne hören, wie viel Kolophonium die Geigerin auf ihren Bogen gestrichen hat – muss wohl doch an der Anlage liegen… All diese kruden Auswüchse des Sich-selbst-Belügens sind Symptome einer inneren Rastlosigkeit auf der Suche nach einer Perfektion, die es nicht gibt.
  
Spätestens jetzt dünkt Ihnen: Es muss sich etwas ändern! Gönnen Sie sich einmal eine Auszeit vom verkrampften Umgang mit Ihren High-End-Geschützen daheim, schließlich haben Sie doch durch selbst auferlegte Abstinenz auch Ihre drohende Internetsucht in den Griff bekommen. Besuchen Sie endlich mal wieder ein Konzert, wie früher! Genießen Sie die Dynamik und den „unperfekten“ Sound in der Konzerthalle; treffen mit Glück einen Künstler, zum Beispiel Udo Lindenberg (in Hamburg stehen die Chancen manchmal gar nicht schlecht, wenn er an diesem Abend nicht selbst auf der Bühne steht). Dann geben Sie ihm einen Eierlikör aus und erden sich bei nettem Smalltalk mit einem authentischen Musiker, anstatt dem neuesten Mk III-Upgrade Ihres Plattenspielers hinterher zu hecheln. Oder Sie bauen sich selbst mal eine Box - einfach so, ohne high-endige Ambitionen und erfreuen sich am „unperfekten“ Ergebnis. Für den Anfang reicht ja ein günstiger, fertiger Bausatz. Irgendwann kommt dann auch wieder der Spaß am Musikhören, versprochen.
  
Ich will damit sagen: Egal, ob analog oder digital, Röhre, Transistor oder Class D, vielleicht haben Sie schon eine perfekte Anlage zu Hause stehen, relativ gesehen natürlich. Nur wissen Sie es noch nicht.

Dienstag, 9. April 2013

Psychoakustik: Registerverblendung

In meeinm Bolg hbean Fleehr in der Rcehtchreibsung eienigtlch nitchs vleroern, deahr wedren sie acuh gnaldenos ausgmeerzt. Aebr hetue woelln wir uns deisbeziglüch eingie Friehetien gweähren! Und zawr alelin, um Inhen ein kognitievs Phemonän in Beuzg auf das Lesveerstheen neähr zu breingn, wechles scih grundtsäzlcih auf das Musökhiren übartrgeen lsäst.
  
Wenn Sie den einführenden Absatz trotz der vielen Fehler weitgehend ohne Probleme lesen konnten - und das konnten Sie, stimmt´s? -, haben Sie bereits einen wesentlichen Aspekt des im Folgenden behandelten Phänomens erfasst. Wichtig ist dabei nur, dass der erste und der letzte Buchstabe eines Wortes an der korrekten Position stehen und die das Wort bildenden Buchstaben dazwischen lediglich zum "Buchstabensalat" vertauscht sein dürfen. Der Mensch liest die Buchstaben nämlich nicht einzeln, sondern die Wörter als Ganzes, wobei das Lesen eines solchen Textes umso besser funktioniert, je gebräuchlicher – oder besser: je geläufiger Ihnen – die darin vorkommenden Wörter sind. Übertragen auf das Musikhören korrespondiert dies mit häufig gehörten Musikinstrumenten, deren charakteristische Klangfarben Sie sich im Laufe der Zeit eingeprägt haben (Besuche von Live-Konzerten schulen das Ohr übrigens ungemein). Sie haben nämlich durch die erfolgreiche Entschlüsselung des obigen Textes ganz nebenbei den Beweis erbracht, dass sich das menschliche Gehirn oft Wiederholtes gut einprägen kann, obwohl Sie schon eingestehen werden, dass sich korrekt geschriebene Texte entspannter lesen lassen und damit weit weniger anstrengend sind – genauso, wie sich „korrekt“ wiedergegebene Töne und Geräusche von Instrumenten und Stimmen besser genießen lassen (was auch immer „korrekt“ in diesem Zusammenhang bedeuten mag, aber dazu später mehr).
  
Ähnlich verhält es sich beim psychoakustischen Phänomen der "Registerverblendung" (an dieser Stelle hatte ich mir bereits zuvor einige Gedanken zum Thema gemacht). Dieser Begriff entstammt eigentlich dem Gesang beziehungsweise der Gesangsausbildung. Ein Register ist dabei ein Stimmlagenbereich, bei dem alle Töne über das gleiche Timbre verfügen, also so klingen, als seien sie auf die gleiche Weise entstanden. Die verschiedenen Stimmlagenbereiche erfordern beim Gesang individuelle körperliche Einstellungen (Brust, Lippen, Zunge, Kehlkopf, Muskelanspannungen). Bei weniger geübten Sängern - wie zum Beispiel bei mir, wenn ich Bon Scotts Gesang zu AC/DC-Songs nachahme - werden die Übergänge zwischen diesen einzelnen Bereichen in Form von stimmlichen Brüchen deutlich. Unterschiedliche Tonhöhen - also unterschiedliche Register - so singen zu können, dass keine Übergänge wahrnehmbar sind, gilt als ein Ideal der Gesangskunst und wird als Registerverblendung bezeichnet.
     
  
Übertragen auf die Musikwiedergabe bedeutet Registerverblendung, dass ein Mehrweglautsprecher durchaus in der Lage sein kann, die Tatsache zu verschleiern, dass bestimmte Töne im Bereich von Übergangsfrequenzen zwischen zwei Treibern von beiden gleichzeitig wiedergegeben werden. Um dies zu kaschieren, können beide Treiber beispielsweise möglichst eng aneinander auf die Schallwand montiert werden, um dem Ideal der punktförmigen Schallquelle möglichst nahe zu kommen - aber das allein wird nicht reichen. Na und, werden Sie vielleicht sagen, ist das schlimm?
  
Nun, jeder Ton setzt sich aus einem Grundton (k1) und seinen Obertönen (k2, k3, k4,...) zusammen. Wird also über ein Zweiwegesystem mit einer Trennfrequenz von einem Kilohertz der Kammerton A (440 Hz) wiedergegeben, so gibt der Tiefmitteltöner die Grundfrequenz (k1) und den ersten Oberton (k2, 880 Hz; 2. Harmonische) wieder. Der Mittelhochtöner dagegen spielt alle Harmonischen ab dem zweiten Oberton (k3, 1.320 Hz; k4, 1.760 Hz; usw.). Das Ohr registriert die unterschiedlichen Richtungen der ankommenden Frequenzen, die ja erst in ihrer Gesamtheit die charakteristische Klangfarbe dieses Tons ergeben. Darüber hinaus bedeutet eine Trennfrequenz bei einem Kilohertz ja nicht, dass der Tiefmitteltöner Töne über einem Kilohertz beziehungsweise der Mittelhochtöner Töne unterhalb von einem Kilohertz nicht mehr wiedergeben - sie tun das nur, je nach Flankensteilheit der Frequenzweiche, entsprechend leiser, so dass in unserem Fallbeispiel selbst k3 noch vom Tiefmitteltöner beziehungsweise k2 vom Mittelhochtöner wiedergegeben werden.
  
Unser archaisches, in Jahrtausende langer Evolution durch die Umwelt geprägtes Gehirn ist durch die unterschiedlichen Richtungen der Grund- und Obertöne ein- und desselben Tons irritiert (genauso, wie er bei schlechter Registerverblendung eines Sängers die Übergänge zwischen verschiedenen Tonhöhen als Bruch oder Inkohärenz wahrnimmt). Das menschliche Gehirn investiert sehr viel Rechenleistung, um diesen Makel zu kompensieren. Das gelingt zwar auch, allerdings nur um den Preis angestrengteren bzw. anstrengenderen Hörens - ebenso wie der fehlerbehaftete erste Absatz dieses Artikels zwar verständlich, aber anstrengend zu lesen war, weil die "Fehlerkorrektur" unseres Gehirns alle Hände voll zu tun hatte, den Buchstabensalat zu ordnen. Multitasking und genussvolle Entspannung schließen sich hier also gegenseitig aus, ebenso wie in anderen Lebensbereichen auch – oder würden Sie Ihren Lieblingsroman bei laufendem Fernseher lesen wollen?
  
Wenn Ihnen also jemand vorschwärmt, sein neuer Vollbereichsbreitbandlautsprecher klinge trotz seiner objektiven Bandbreitenlimitierung wie aus einem Guss und das Wort Kohärenz habe für ihn eine völlig neue Bedeutung bekommen, dann wissen Sie, was er meint. Aber auch Koaxialchassis können (mit kleinen Einschränkungen) im Prinzip dafür sorgen, dass sich das Gehirn nicht mehr mit dem Problem der Registerverblendung plagen muss. Sicherlich kein Grund, Mehrwegesysteme grundsätzlich zu verteufeln und auch nur einer unter vielen Aspekten bei der Musikwiedergabe mittels gängiger „HiFi-Boxen“ - aebr in meienn Aguen ein gnaz weslentciher, üebr den es scih eaniml ncahzdeunekn lonht.

Donnerstag, 4. April 2013

ONEDOF™ Turntable

Im Folgenden geht es um den Plattenspieler ONEDOF™ des Entwicklers Aleks Bakman. Schmucke Plattenspieler gibt es zwar viele, aber dieses feinmechanische Maschinchen ist im Vergleich zu manch anderem Spieler nicht teuer, sondern ziemlich teuer: In der Basisausführung kostet es derzeit 175.000 US$. Ohne Pick-up.
 
Aleks Bakman kommt eigentlich aus der Luft- und Raumfahrtindustrie - dies dokumentiert er auch auf seiner oben verlinkten Website und übt sich dabei in typisch amerikanischer Zurückhaltung... Klappern gehört halt zum Geschäft, jedes (teure) Geschäft braucht außerdem eine gute Story (Leute lieben gute Stories, vor allem an der Aktienbörse) und nun baut Aleksandr eben Plattenspieler. Also, im Moment diesen einen. Sogleich drängt sich mir die Frage auf: Wer braucht einen solch teuren Plattenspieler? Kann ein Luft- und Raumfahrtingenieur besser(e) Plattenspieler entwickeln als andere Tüftler und Manufakturen? Und ist der Klang entsprechend, vielmehr: Ist das der beste Plattenspieler der Welt? Ist er besser als der beste Simon Yorke? Ist dieser Plattenspieler im Gegenwert eines Einfamilienhauses sein Geld wert, obwohl das Ding nicht viel mehr kann als eine Platte auf einem Teller zu drehen? Ich weiß es nicht und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die avisierte Klientel mit derlei profanen Oberflächlichkeiten gar nicht erst befasst. Zielgruppe dürfte insbesondere eine außerordentlich solvente Fraktion sein, die sonst eher z.B. bei Transrotor einkauft. Ganz abgesehen vom Preis ist mir der Spieler persönlich aber einfach nicht schwarz genug.
 
Aleks spricht seinem Plattenspieler einen sehr hohen Wife Acceptance Factor zu, was dem einen oder anderen natürlich nicht ganz unwichtig ist. Das macht er womöglich auch am vielen Gold fest, immerhin ist der Dreher mit 24 Karat Gold überzogen und wiegt ca. 50 kg, wobei allein 27 kg auf den Plattenteller entfallen. Man muss also kein Prophet sein, um hier ein Masselaufwerk zu mutmaßen. Das eigentlich Besondere sei aber, dass sich der Plattenteller in alle Richtungen selbst korrekt zentriert und nur noch den einen Freiheitsgrad für die axiale Drehung erlaubt: ONEDOF = ONE Degree Of Freedom. Wie er das technisch genau bewerkstelligt und was er dabei besser als andere Plattenspieler macht, wird leider nicht näher beschrieben.
 
Weitere Features sind... ach, machen Sie sich doch einfach ein eigenes Bild auf seiner Website. Ein Interview von Marc Phillips (The Vinyl Anachronist) mit Aleksandr Bakman gibt es hier.
 
 
 
 
 
 
 
Bildquellen: Website ONEDOF™

Montag, 1. April 2013

Audiokabel - Voodoo oder Wissenschaft? Eine etwas andere Sicht der Dinge zum Thema Kabelklang



Ob in Internetforen, Zeitschriften, Prospekten oder gar am HiFi-Stammtisch: Kaum etwas wird im HiFi-Sektor so kontrovers diskutiert wie das Thema "Kabelklang", hier scheiden sich offenbar die Geister so sehr wie sonst nirgends. Die eine Fraktion negiert den Einfluss von NF-Kabeln, Lautsprecherkabeln & Co. auf das klangliche Ergebnis völlig; Beipackstrippe oder 2,5 mm2 Kupferlitze aus dem Baumarkt stehen hier recht hoch im Kurs. Andererseits gibt es nicht wenige, die Kabeln sogar Komponentenstatus zubilligen, man stelle sich das einmal vor!

 
Für mich persönlich ist die Beschäftigung mit Kabeln und deren "Klang" seit nunmehr über zwei Jahrzehnten gezwungenermaßen eine Art Hassliebe. Gezwungenermaßen, weil alle Komponenten nun einmal mit diesen vermaledeiten Strippen verbunden werden wollen und Hassliebe deshalb, weil im Gegensatz zu "echten" Komponenten kaum eine halbwegs zuverlässige Vorhersage möglich erscheint, ob ein Kabel in der eigenen Kette funktionieren wird oder nicht. Außerdem langweilen Kabel mich schlichtweg (laut Aussage meines HiFi-Psychiaters vermutlich eine Form der Verdrängung, um sich nicht mit einem komplexen Sachverhalt auseinander setzen zu müssen), gute Voraussetzungen für diesen Artikel also...
    
 
Nun kommt der Autor dieser Zeilen ausgerechnet aus der Energieseekabellegung im Mittel- und Hochspannungsbereich, gleichwohl ist der Kabelaufbau dort wesentlich komplexer als im Audiobereich. Sicher, bei Seekabeln geht es nicht um den guten Klang, sondern um die möglichst verlustfreie Übertragung von (viel) Energie - eine gewisse Affinität zu diesem Thema ist dennoch wohl kaum von der Hand zu weisen. Zeit also, sich der Sache einmal ganz pragmatisch aus dem Blickwinkel eines Ingenieurs zu nähern, um Fakten und Mythen voneinander zu separieren. Oder zumindest den Versuch zu unternehmen. Oder es vielleicht doch besser sein zu lassen.
 
Womöglich habe ich jetzt nämlich eine gewisse Erwartungshaltung hinsichtlich einer trockenen wissenschaftlichen Abhandlung bei Ihnen geschürt. Weit gefehlt - dafür bin ich nicht Ihr Mann. Vielmehr möchte ich auf meine Weise einen Beitrag leisten, die Dinge etwas unaufgeregter und sachlicher zu betrachten.
 
Zu Beginn sollten wir uns auf eine gemeinsame Ausgangsbasis darüber verständigen, wie das ideale Kabel denn überhaupt aussehen sollte. Im Verstärkerbereich spricht man häufig vom "verstärkenden Stück Draht", welches hier das Ideal darstelle (meines Erachtens wird diese Anforderung von einigen State-of-the-Art Class D-Amps bereits erfüllt, dennoch gefallen mir Röhren-Eintakter mit ihrem relativ hohen, harmonischen und geradzahlig geprägten Klirrverhalten deutlich besser, aber das soll jetzt nicht das Thema sein). Daraus ließe sich suggestiv ableiten, dass unser "Stück Draht" - das Kabel, das ja tatsächlich viel mehr ist als nur ein Draht - nichts weiter tun soll, als das Signal völlig unverändert und unverfälscht von einem zum anderen Gerät zu transportieren. Dabei ist es in unserer Betrachtung völlig unerheblich, welche Komponenten miteinander verbunden werden: Quelle und Verstärker, Verstärker und Lautsprecher, Plattenspieler und MC-Übertrager, symmetrisch, asymmetrisch, analog, digital... Das, was das ideale Kabel mit dem Signal anstellen darf, ist sonnenklar: nichts!
 
Wenn Sie mit dieser Sichtweise einverstanden sind, dürfen wir den so genannten "Kabelklang" auch gleich in die Wüste schicken. Kabel klingen nicht. Ganz wesentlich scheint mir dabei folgende relative Sicht auf die Dinge zu sein: Ein Kabel kann den Klang nicht verbessern, sondern unterlässt es im Idealfall, das Signal zu verändern und damit den Klang zu verschlechtern. Wenn ich hier und da lese, dass das Kabel A gegenüber Kabel B den Klang einer Anlage verbessert, heißt das nichts anderes, als dass der spezifische Parametersatz des Kabels A elektrotechnisch besser zu den mit ihm verbundenen Geräten passt als jener von Kabel B. Klemmen Sie einmal ein NF-Kabel, das zwischen Röhrenvorstufe und Eintakt-Röhrenendstufe hervorragend funktioniert, zwischen eine Vor-/Endstufenkombi von Spectral, dann wissen Sie, was ich meine. Aussagen, ein Kabel klinge "kühl", "analytisch" oder "warm", halte ich für absurd weil generell nicht allgemein gültig. Quelle, Verstärker und Lautsprecher können meinetwegen "klingen"; die Quelle klingt als "Signalgenerator", der Verstärker mit seinen aktiven Bauelementen prägt dem Signal mehr oder weniger ungewollt ebenfalls seinen "Fingerprint" auf und der Lautsprecher als kritischste Komponente fungiert quasi als "Instrument". Ein Kabel hingegen klingt nicht. Es kann aufgrund seiner Parameter allerdings in der Lage sein, zwei Komponenten (nahezu) optimal zu verbinden und damit die Qualitäten der verbundenen Geräte bestmöglich zur Geltung kommen zu lassen, ohne sich dem Signal jedoch als Bremse "in den Weg zu stellen". Ein Pferdefuß dabei: Anders als im Studio- und Profibereich gibt es im HiFi-Bereich leider keine Standards für die Ein- und Ausgänge von Geräten, was die optimale Auslegung eines Kabels sowie dessen Anpassung an die zu verbindenden Komponenten fürderhin schlicht unmöglich macht.
 
Nun wissen wir beide aus (bisweilen leidiger) Erfahrung, dass in der Praxis nahezu alle Kabel den Klang einer Kette verändern, manche nur in Nuancen, andere stärker. Offenbar gibt es tatsächlich Kabel, die in (m)einer Kette besser "klingen" als andere (ok, ok, erwischt: Kabel klingen ja nicht) - das hängt ganz wesentlich von den mit dem Kabel verbundenen Geräten selbst ab. Ein und dasselbe Kabel kann sich in einem Setup hervorragend schlagen, im anderen Umfeld hingegen als Totalausfall entpuppen, diese so profane wie wahre Erkenntnis haben die meisten von uns wohl bereits selbst gemacht. Was aber unterscheidet Kabel voneinander und, viel wichtiger, welche Parameter wirken sich auf den "Klang" - besser: auf das Signal - aus bzw. welche nicht?
 
Impedanz, Induktivität, Kapazität, Wellenwiderstand, Scheinwiderstand, ohmscher Widerstand, Dämpfung, Schirmung, Mantel, Dielektrizitätskonstante, dielektrische Absorption, piezoelektrischer Effekt, Skin-Effekt, (sauerstofffreies) Kupfer oder Silber, Massivdraht oder Litze, Länge, Durchmesser, Wirbelströme, Mikrophonie, Laufrichtung, Einbrennen, Besprechen bei Vollmond, MDI-Verzerrungen... Haben Sie wirklich Lust, sich mit all diesem Kram intensiv zu befassen?! Na also. Außerdem gibt es nicht den einen, allein selig machenden - ergo: richtigen - Königsweg beim Engineering von Kabeln. Und schließlich ist alle Theorie sowieso grau...
 
Wir machen es uns einfach und gehen die Sache folgendermaßen an: So lange es noch "echte" HiFi-Händler mit "echtem" Laden an der Ecke gibt (die sie zunehmend verdrängenden, reinen Internethändler bieten diesen Service meines Wissens nämlich nicht), leihen wir uns möglichst viele Kabelsätze aus und probieren, probieren, probieren.... Und wenn´s funktioniert: Hurra! Und es wird funktionieren - dann kaufen wir das Kabel bitteschön auch bei diesem Händler und nicht im Internet, nur um 10 Euro zu sparen.
 
Um schlussendlich die in der Artikelüberschrift aufgeworfene Frage zu beantworten: Die gekonnte Herstellung von Audiokabeln ist Wissenschaft und kein Voodoo. Eine (empirische) Wissenschaft für sich, bei der Ihnen als Konsument viel Mühe durch Ausprobieren abverlangt wird - und Sie am Ende reichlich belohnt werden (können), Sie aber auch nur so das gesamte Potenzial Ihrer Komponenten wirklich "heben" können. Lassen Sie sich doch einmal auf das Abenteuer Kabel ein und testen Sie völlig unvoreingenommen verschiedene Verbinder in Ihrer Kette, völlig egal, ob "Ihre" Idealstrippe am Ende - je nach Gusto und Geldbeutel - 50, 500, 5.000 Euro oder noch mehr kostet. Vielmehr möchte ich sogar behaupten, Sie sind es sich und Ihrer Anlage schuldig!
Für mich nehmen Kabel daher auch völlig unzweifelhaft den Status einer Komponente ein. Und wer diese Aussage mit Blick auf das heutige Kalenderblatt als Aprilscherz entlarvt, der liegt goldrichtig: April, April!
 
Es gibt durchaus Spezialisten, die für die Verkabelung einer kompletten Kette eine Summe aufrufen, für die manch einer sich lieber eine Oberklasse-Limousine anschafft... Kabel weisen einen besonderen Unterschied zu allen "anderen Geräten" auf: Nirgendwo ist die Korrelation zwischen Preis und Leistung so wenig ausgeprägt wie bei Kabeln. Wobei es zugegeben durchaus sauteure Kabel gibt, die auch famos "klingen" (Autsch!).
  
  
EDIT 06.07.2015:
Weil es so schön zum Thema passt empfehle ich einen Artikel hierzu von Friedrich Hunold: Audiokabel.

Mittwoch, 20. März 2013

Psychoakustik: Die Regel 400.000 - "reloaded"

Zur Regel 400.000 hatte ich vor ca. zwei Jahren hier bereits ein paar Worte verloren und ich habe dieses Thema jetzt noch einmal etwas aufgebohrt - daher in der Überschrift der Zusatz "reloaded".
 
Ganz grob gesagt beschreibt die Psychoakustik die Zusammenhänge zwischen physikalischen Schallereignissen und der kognitiven Signalverarbeitung durch das menschliche Gehirn zu einem subjektiven Höreindruck. Kurz: Das, was sich messtechnisch erfassen lässt, wird subjektiv womöglich anders vom Hörer empfunden, als aufgrund objektiver Messergebnisse erwartet wird. Im HiFi-Bereich gibt es verschiedene Phänomene, die sich der Psychoakustik zuordnen lassen. Im Folgenden soll es um die so genannte Regel 400.000 gehen, zu deren Erläuterung ich einen kurzen Ausflug in den Bereich der Telefonie vornehmen muss.
 
Die ITU (International Telecommunication Union) hat als Empfehlung für die Sprachübertragung im Bereich Telefonie die Bandbreite von 300 Hz bis 3.400 Hz festgelegt. Aus Sicht eines HiFi-Enthusiasten wäre diese Bandbreite für einen Lautsprecher zwar inakzeptabel, aber niemand wird bestreiten wollen, dass heutige Telefone funktionieren und der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung gut zu verstehen ist. Und das, obwohl die Sprach-Grundfrequenzen bei Männern ungefähr bei 100 Hz und bei Frauen um die 180 Hz liegen - also jeweils unterhalb der eingangs erwähnten unteren Grenzfrequenz von 300 Hz. Upps - wie bitte kann das funktionieren? Alles kein Problem, das menschliche Gehirn ist nämlich in der Lage, aus den Obertönen einer Frequenz (also aus deren Vielfachen) eben jene Ursprungsfrequenz zu reproduzieren und sie dem akustischen Signal wieder "hinzuzufügen". Dafür benötigt das Gehirn zwar etwas "Rechenleistung", aber es funktioniert.
  
Nun soll es aber nicht um Telefonie, sondern um die Regel 400.000 gehen. Diese unter Tontechnikern wohlbekannte alte Regel besagt, dass für eine zufrieden stellende tonale Balance das Produkt der unteren und der oberen (vom Lautsprecher übertragenen) Frequenzen 400.000 (Hz2) betragen muss. Auf wen konkret diese Regel zurückgeht und ob sie je empirisch bestätigt wurde, muss an dieser Stelle leider offen bleiben. Gleichwohl finden sich im HiFi-Bereich Beispiele, die diese Regel bestätigen - was also bedeutet dies alles nun konkret für den HiFi-Bereich?
    
    
Der Frequenzumfang der Compact Disc beispielsweise wurde in Anlehnung an den Wahrnehmungsbereich des menschlichen Gehörs auf 20 Hz bis 20.000 Hz festgelegt; das Produkt beider Frequenzen ergibt eben jene 400.000 (Hz2). Zufall? Wohl kaum. Nun verfügt aber so gut wie kein Lautsprecher über eine bis 20 Hz lineare Frequenzgangkurve, zumal die allerwenigsten Wohnraumsituationen die Wiedergabe solch tiefer Frequenzen überhaupt zulassen. Eine Orgel kann aber Frequenzen bis 16 Hz wiedergeben, ein Klavier Frequenzen bis immerhin 25 Hz. Vorausgesetzt, diese Frequenzen befinden sich überhaupt auf dem Tonträger, so werden diese vom Lautsprecher allenfalls sehr leise wiedergegeben. Die meisten Lautsprecher verlassen im Bass zwischen 35 und 60 Hz den "Pfad der Tugend", sprich: Die Frequenzgangkurve macht den Adler. Trotzdem "hört" der Mensch einen 25 Hz-Ton, indem das Gehirn aus den Obertönen (z.B. der 1. Harmonischen bei 50 Hz usw.) das 25 Hz-Signal rekonstruiert.
   
Diese "Rekonstruktion" kostet das menschliche Gehirn jedoch quasi "Rechenleistung", dadurch steht nicht mehr die gesamte Kapazität dem Musikgenuss zur Verfügung und es klingt subjektiv nicht mehr so "entspannt". Dieser Sachverhalt hilft erklären, warum von vielen durch den Einsatz eines hochwertigen Subwoofers auch der Mittel- und Hochtonbereich viel freier empfunden wird - die gesamte Rechenleistung des Gehirns steht plötzlich offenbar dem kompletten Frequenzspektrum zur Verfügung, weil sie sich nicht mehr partiell mit der Rekonstruktion tiefer Töne plagen muss!
  
Erstaunlicherweise gibt es nun aber eine scheinbar genau entgegen gesetzte Möglichkeit, den gleichen "Entspannungseffekt" zu erzielen: Anstatt einen Subwoofer einzusetzen, wird im Hochtonspektrum der gleiche (wie im Tiefton fehlende) Oktav-Anteil einfach ausgeblendet. Ganz praktisch bedeutet das, dass ein bis ca. 40 Hz linear arbeitender Lautsprecher ein bei 10 kHz einsetzendes Tiefpassfilter verpasst bekommt und alles wäre theoretisch wieder im Lot (40 Hz x 10.000 Hz = 400.000 Hz2). Die untere fehlende Oktave zwischen 20 und 40 Hz (eine Oktave entspricht stets einer Frequenzverdopplung) wird am oberen Ende des hörbaren Frequenzbereichs quasi "symmetrisch" ausgeblendet (obere fehlende Oktave zwischen 10 und 20 kHz).
  
Was vordergründig widersinnig anmutet und zunächst nichts weiter als eine bloße Behauptung darstellt, findet in der Praxis allerdings belegende Beispiele. So läuft der mir persönlich sehr gut bekannte Lautsprecher Hommage SoloVox vom Auditorium 23 mit dem filterlosen Vollbereichsbreitbänder Phy-HP H21 LB15 bis ca. 45 Hz linear herunter, allerdings fällt der Hochtonpegel (bedingt durch das Chassis) knapp oberhalb von 10 kHz relativ steil ab. Ich schätze diesen Lautsprecher außerordentlich und habe - außer im direkten Vergleich zu anderen Lautsprechern - nie Hochtonglanz vermisst (gleichwohl räume ich ein, dass es Zeitgenossen gibt, die lästern, dies sei der "beste Mitteltöner der Welt"). Womöglich eine Folge der ungefähr symmetrischen "Beschneidung" der Frequenzextreme? Ich glaube, ja - dieser Lautsprecher erfüllt die Regel 400.000 einigermaßen gut.
   
Genau umgekehrt funktioniert es bei einem ganz ähnlichen Lautsprecher in gleicher Weise: In der Debütausgabe der Fidelity berichtet RK darüber, dass er seine heißgeliebte Rondo - ebenfalls vom Auditorium 23, ebenfalls mit dem Phy-HP H21 LB15 - um den Hochtöner 597 von Line Magnetic ergänzt hat. Die Rondo "solo" spielt im Bass deutlich kräftiger als die Hommage SoloVox, hat im Hochton aber die gleiche Limitierung; die "Beschneidung" der Frequenzextreme ist also nicht ganz symmetrisch. So gesehen ist der Theorie der Regel 400.000 folgend die "kleinere" SoloVox eigentlich sogar der bessere Lautsprecher... Ergänzt um den LM 597 Hochtöner hingegen berichtet RK über seine Rondo nun von "einem völlig neuen Lautsprecher. Der nun in seiner Gesamtheit schon furchterregend an reiner Geschwindigkeit zugelegt hat, ein Effekt, der seltsamerweise bis hinunter zu tiefen Frequenzen wirksam ist,...". Ruft man sich die Regel 400.000 ins Bewusstsein, so mutet dieser Effekt gar nicht mehr so seltsam an, gleichwohl natürlich nicht alle positiven Veränderungen nur dieser Regel zuzuschreiben sind. Aber dadurch, dass die unterbelichtete oberste Oktave von 10 kHz bis 20 kHz nun "erleuchtet" wird, stimmt die Symmetrie wieder; die Rekonstruktion der fehlenden Oberwellen aus den Grundsignalen unterhalb von 10 kHz entfällt nun - das Gehirn hat mehr Ressourcen für den eigentlichen Musikgenuss parat.
   
Ein weiteres Beispiel für die Gültigkeit der Regel 400.000 mag Omas Dampfradio sein. Wer einmal ein gut erhaltenes Exemplar hören durfte, wird festgestellt haben, dass es trotz objektiv erheblicher Limitierungen von womöglich deutlich mehr als einer Oktave "oben und unten" dennoch außerordentlich ausgewogen klingen kann und sehr entspannter Hörgenuss durchaus möglich ist. Und das ist gewiss nicht (allein) auf die Röhren im Inneren des Gehäuses zurück zu führen...
  
Ganz offenbar muss das menschliche Gehirn bei symmetrischer Beschneidung der Frequenzenden weniger Rechenleistung aufwenden und es klingt daher rein subjektiv "besser", "entspannter". Natürlich hat die Regel 400.000 auch ihre Grenzen; wie immer hilft eine Extremwertbetrachtung. Die Wurzel aus 400.000 ergibt eine Singularität bei ca. 632,5 Hz - so ist mit Sicherheit kein Musikgenuss möglich. Andererseits erforderten (ungeachtet der technischen Machbarkeit) wiederzugebende Frequenzen bis hinunter zu 1 Hz eine obere Grenzfrequenz von 400 kHz - das liegt nicht nur weit außerhalb des menschlichen Hörbereichs, sondern sogar außerhalb des Hörbereichs einer Fledermaus (9 kHz bis 200 kHz)...
(Ergänzend sei angemerkt, dass es Hörer gibt, die beim Einsatz eines bis 30 kHz oder 40 kHz laufenden Superhochtöners das gesamte Frequenzspektrum als ausgewogener empfinden, obwohl Frequenzen oberhalb von ca. 20 kHz außerhalb des menschlichen Hörbereichs liegen. Eine schlüssige Erklärung hierfür muss ich Ihnen schuldig bleiben.)
  
Die Quintessenz der Regel 400.000 in psychoakustischer Hinsicht scheint mir also zu sein, dass eine Entlastung der "Fehlerkorrektur" des menschlichen Gehirns - genauer: eine Entlastung der kognitiven Signalverarbeitung - dazu führt, dass das subjektive Klangempfinden verbessert wird. Ich finde, diese Erkenntnis ist durchaus einen Gedanken wert und kann jedem helfen, durch bestimmte Maßnahmen - sprich: Symmetrierung der Ausblendung oder der Erweiterung der Frequenzextreme, beispielsweise durch Subwoofer oder Superhochtöner - das eigene Setup gezielt zu verbessern. Oder sie führt dazu, dass Sie - nun mit womöglich tieferem Verständnis für die Zusammenhänge - noch entspannter und zufriedener den Qualitäten alter Dampfradios frönen.

Sonntag, 17. März 2013

LP Magazin als E-Paper für Tablet PCs

Eigentlich wollte ich Holger "nur" zu seinem Editorial in der aktuellen Ausgabe des LP Magazins beglückwünschen, in dem er (wie so oft) aktuelle Strömungen und Tendenzen der Szene aufgreift und wieder einmal den Nagel voll auf den Kopf trifft - aber der Reihe nach.
 
Seit geraumer Zeit zum Tablet PC Maniac mutiert, habe ich mir kürzlich erstmals auch das LP Magazin als E-Paper auf meinen Tablet PC geladen. Dazu wird zunächst die App "Hifi Kiosk" kostenlos aus dem App Store installiert, welche auf dem iPad dann separat im "Zeitungskiosk" erscheint. Hierüber lassen sich bequem diverse Hifi-Magazine kaufen, neben dem LP Magazin z.B. auch die Klang + Ton. Über eine kostenlose Vorschau lassen sich außerdem die ersten zehn Seiten eines Magazins kostenlos ansehen - sehr schön! By the way: Die E-Paper Ausgabe des LP Magazins kostet übrigens nur 2,69 €, also etwas mehr als die Hälfte der Printausgabe! (Die folgenden Bilder sind allesamt Screenshots, daher erscheint am oberen Rand der Bilder teilweise das Navigationsmenü.)
  
 
 
Da das Editorial ebenfalls kostenlos über die Vorschau lesbar ist, habe ich mir erlaubt, Holgers "Weltraumschrott" aus der aktuellen Ausgabe hier ebenfalls zu veröffentlichen... ;-)
 
Worum es geht: um Pressetexte. Und zwar um solche, in denen HiFi-Geräte damit beworben werden, dass sie Materialien aus der Weltraum-, Militär- oder Luftfahrzeugtechnik enthalten. Was suggerieren soll, dass es sich selbstredend um völlig neuartige Hightech-Hammergeräte handeln müsse - irgendwie muss der exorbitant (Achtung: Wortspiel!) hohe Preis ja gerechtfertigt werden... Dass die Verwendung vermeintlich "exotischer" Materialien nicht automatisch gute HiFi-Geräte hervorbringt, liegt auf der Hand. Aber wenn der Branche die Superlative und die Argumente ausgehen, muss sie sich eben behelfen. Einfach nur gute Konzepte konsequent umzusetzen und fertig zu entwickeln, reicht in unserer heutigen Höher-Weiter-Schneller-Welt offenbar nicht mehr aus. Wohl auch eine Mitschuld von uns Konsumenten, die immer nach neuen Superlativen gieren und viel zu selten jahrzehntelang bewährte Konzepte goutieren.
     
  
Der "Hifi Kiosk" mit der Übersicht entsprechender Magazine...
 
  
...zeigt unter "Meine Ausgabe" die bereits erworbenen Hefte übersichtlich an. Mit einem Klick öffnet man die Ausgabe, die man lesen möchte und erhält unter "Inhaltsübersicht" die Option, alle Seiten der Ausgabe rasend schnell nach links oder rechts zu "wischen" und die gewünschte Seite aufzurufen.
  

Samstag, 9. März 2013

Die Fernbedienung

"Als Fernbedienung bezeichnet man üblicherweise ein elektronisches Handgerät, mit dem sich über kurze bis mittlere Entfernungen (…) Geräte oder Maschinen bedienen lassen", definiert Wikipedia. Diese profanen kleinen Dinger, die meistens verschwunden oder kaputt sind oder leere Batterien haben, werden von einigen Zeitgenossen sogar als "Macht" bezeichnet. Bizarr. Jeder Haushalt verfügt über diese kleinen Befehlsgeber für Fernseher, Videogerät, HiFi-Anlage, Thermostat, Innenbeleuchtung, Garagentor, Jalousien oder Auto (um nur einige Anwendungen zu nennen) – einzig Klospülungen sind meines Wissens noch nicht fernbedienbar, aber das kommt bestimmt auch bald.
   
   
Zenith Space Commander 600; Bildquelle: Wikipedia
  
Die ersten 1948 in den USA (wo sonst?) entwickelten Fernsehfernbedienungen konnten via Kabelverbindung lediglich das Bild vergrößern oder verkleinern; das zwei Jahre später von der Zenith Radio Corporation entwickelte Gerät war zwar ebenfalls kabelgebunden, konnte aber schon Programme umschalten und trug den bezeichnenden Namen "Lazy Bones", Englisch für "Faulpelz". Und das ist auch schon des Pudels Kern (vielmehr einer von vielen): Fernbedienungen sind etwas für Faulpelze. Für bequeme Zeitgenossen. Für Leute, die Blended Whiskey trinken anstatt Single Malt. Für Dieselhandschuhtanker und Brezlsalzabkratzer.
 
Nun geht es ja gar nicht per se darum, bequeme, faulpelzige Blended-Whiskey-Trinker zu diskriminieren, nur weil sie zu faul zum Aufstehen sind, um per Hand die Lautstärke am Verstärker zu regulieren - um so einen zumindest symbolischen, wenngleich zugegeben eher kleinen Beitrag gegen die Verfettung unserer Gesellschaft zu leisten. Es geht vielmehr um eine Geisteshaltung.
 
Die Befehlsgabe via Fernbedienung geht nämlich viel schneller als die manuelle Bedienung der Geräte. Sie zeugt in gewisser Weise also von einem dem heutigen Zeitgeist entsprechenden Konsumverhalten, in dem auch Musik nur noch konsumiert und verramscht anstatt bewusst angehört und genossen wird. Das ist vergleichbar mit den Unterschieden zwischen CD bzw. Musikserver und der guten alten Schallplatte: Auf der einen Seite erlaubt die Fernbedienung der CD oder des Musikservers das bequeme "Zappen", wenn ein Musiktitel oder -abschnitt vordergründig nicht gefällt, andererseits hört der Vinylfan seine Langspielplatte ganz bewusst komplett und erlebt oft den Effekt des Neuentdeckens wenig gehörter Stücke.
 
Der Prozess der Entschleunigung, des bewussten Sich-darauf-Einlassens, Raum und Zeit beim Musikgenuss um sich herum zu vergessen, wird mit der Fernbedienung in der Hand unmöglich. Das hektische Gedrücke auf der kleinen Tastatur lässt es schon rein statistisch gesehen viel wahrscheinlicher werden, dass ich irgendwann den Standby-Knopf drücke und mich frage ´So, und was läuft in der Glotze?´.
  
Das bringt uns zu einem weiteren wesentlichen Aspekt, nämlich dem des fehlenden haptischen Moments. Meistens sind Fernbedienungen billige Plastikteile, oft sogar auch bei teuren High End Geräten. Ein Genuss ist das Drücken dieser kleinen Gummiknubbel wahrlich nicht, auch wenn sich anschließend der überdimensionierte, satt verchromte Pegelregler mit blauer LED an Herrn Neureichs Bling-Bling-Protzamp wie von Geisterhand dreht. Aber es ist schon etwas anderes, wenn ich mich persönlich vor den Altar meines Plattenspielers begebe, dem massigen Plattenteller vielleicht sogar noch einen liebevollen Anschwung-Schubser gebe, bevor ich von Hand den Tonarm auf die Platte setze. Um anschließend wieder per Hand (man führe sich das einmal vor Augen: wie viel Arbeit, wie viel Umstand!) das Poti am Röhrenverstärker in die richtige Position zu drehen und nebenbei schnell noch einen Blick auf die orange-rot glimmenden Kolben zu werfen. Das ist sinnlicher Genuss, quasi wie eine Art Vorspiel vor dem eigentlichen Musikhören. Oder, wenn Ihnen das zu schlüpfrig formuliert war, ähnlich wie bei einem Gourmetessen – hier isst das Auge schließlich auch mit.
  
Eine Fernbedienung distanziert mich auf Dauer rein räumlich von meinen Komponenten und wie in der Liebe schadet die dauerhafte Distanz der Beziehung. Wenn Sie nun behaupten, Sie hätten gar keine Beziehung zu Ihren HiFi-Geräten – bitteschön, selbst Schuld. Mir käme jedenfalls niemals eine Komponente mit Fernbedienung ins Haus, nicht einmal eine, die eine entsprechende Vorbereitung hätte und/oder bei der ich den Geber doch einfach im Karton lassen könnte. Ich brauche nicht noch mehr Symbole der Weicheierei im Haus, schon gar nicht bei meinem liebsten Hobby. Und zum Musikhören trinke ich einen Single Malt. Prost.

Freitag, 1. März 2013

How to pimp your Sun Audio Uchida...

In schöner Regelmäßigkeit werde ich gefragt, ob ich wisse, wer eine gebrauchte Uchida anbiete und was diese denn kosten dürfe. Die Antwort auf letztere Frage hängt natürlich ganz vom Zustand des Geräts ab und ich rate stets dringend, eine Überprüfung und ggf. einen Neuaufbau durch Robert Graetke mit einzukalkulieren. Nicht selten handelt es sich um ein (dilettantisches) DIY-Gerät, bei dem sich ein Anfänger am Kit versucht hat...
 
Außerdem ist es beim Neuaufbau leicht möglich, bei der Uchida 2A3 die Option zum Betrieb der 300B vorzusehen (durch einfaches Umstecken der Röhren) sowie die von oben zugänglichen Rädchen für den Brummabgleich nachzurüsten.
 
 
Diese SV-2A3 z.B. soll auf Kundenwunsch neu aufgebaut werden, weil der jetzige Zustand des inneren Aufbaus ungenügend ist und die Endstufe qualitativ und klanglich aufgewertet werden soll. Die Endstufe soll eine geringere Gesamtverstärkung bekommen, damit sie mit der Vorstufe besser harmoniert. Die Endstufe wird mit Teflonfassungen für die Röhren ausgestattet, nebst der Möglichkeit, den Brummabgleich komfortabel von der Oberseite durchzuführen (siehe oben). Die Signalwege werden mit Reinsilber verdrahtet.
 
 
Status quo - die etwas wilde Freiverdrahtung vor dem Neuaufbau der Endstufe.
 
 
Kurzer Prozess: "Uschi" wird zunächst komplett ausgeweidet. Entweder ganz oder gar nicht...
  
 
Robert fertigt extra zwei Montageblechen zur Montage der Oktal-Fassungen aus Teflon.
  
 
Beginn der Montage. Oberhalb der Fassungen für die Endröhren sind die Potis für den Brummabgleich zu erkennen.
 
 
Beginn mit der Verdrahtung...
 
 
Der Innenaufbau ist fast fertig, die Verdrahtung des Signalwegs ist in Reinsilber erfolgt. Vorne/unten sind sauteure V Caps zu sehen (ca. 200 USD pro Stück), denen klanglich wahre Wunderdinge nachgesagt werden... Mit Mundorf Kondis o.ä. geht´s natürlich auch.
 
 
...und fertig für die Inbetriebnahme und die Feinabstimmung. Man könnte meinen, in der Uchida befände sich nun "weniger" - das täuscht, es ist jetzt halt nur aufgeräumt!
 
 
Fertig! Sieht einfach aus, gelingt aber nur einem Fachmann und erfahrenen Uchida-Experten wie Robert so perfekt - ich spreche da aus eigener Erfahrung. Vielen Dank für die Fotos, Robert!

Dienstag, 26. Februar 2013

Telefunken EBIII available

As a response to my latest blog post related to Telefunken EBIII tubes in a Sun Audio Uchida amp I got an unexpected offer of Telefunken EBIII from a friend of mine. Anyway, I don´t have an application for them and I was asked to offer them on my blog then - ebay and/or other platforms are no option for him as I can understand only too well...
 
So if somebody is interested in a pair Telefunken EBIII just send me an email (email address see Impressum) with your contact data and I will forward your request accordingly - all further negotiations to be effected between you and my friend then. Serious interests only, please (requests in German or English).
 
The following picture is for illustration purpose only:
   
   
Telefunken EBIII, pic source: 4tubes.com

Dienstag, 19. Februar 2013

Die spinnen, die Asiaten: Sun Audio Uchida mit Telefunken EB III

Hin und wieder stolpere ich im WWW eher zufällig über die eine oder andere Kuriosität. Heuer eine Telefunken EB III (Pendant zur AD1) zu finden, darf als so gut wie unmöglich gelten - umso erstaunlicher ist es, wenn ein (um seine TFK EB III) beneidenswerter Asiate seine Pretiosen in eine - wenngleich aufgrund fehlender Pegelsteller nicht besonders hübsch anzusehende - offenbar umgebaute Sun Audio Uchida SV-300BE einsteckt:
 
   
  
Definitiv ein interessantes Setup, nicht nur für EB III-Afficionados. Pegelsteller wenigstens wieder zur Zierde einsetzen, das Typenschild durch ein eigenes mit "EB III" im Schriftzug ersetzen und die "Uschi" einmal abstauben bitte - schon hätten wir ein feines, neues Mitglied im Uschi-Club...

Freitag, 15. Februar 2013

Garrard 301 / 401

Über die Klassiker 301 und 401 von Garrard ist bereits alles gesagt worden und jede weitere Lobhudelei hieße ja doch nur, Eulen nach Athen zu tragen, oder?! Beim Stöbern in den Weiten des World Wide Web stieß ich auf die Leseprobe eines mir bis dato unbekannten Magazins namens "orig. Klassiker und Originale", welches sich mit Vintage Technik im weitesten Sinne beschäftigt (Vintage - oh je, wie abgedroschen von mir, wer kann diese Phrase noch hören...). Und siehe da: Es geht um die besagten Garrards.
  
Wie auch immer, der Artikel ist gut geschrieben und bietet neben schönen Bildern etliche interessante Basisinfos. Sehr lesenswert!
  
   
Garrard 301 - Bildquelle: orig.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Klang + Ton - nicht von Pappe

Gestern war die neue Klang + Ton (2/2013) im Briefkasten, als Abonnent ist man hier gegenüber Kioskkäufern ja stets zwei bis drei Tage im Vorteil. Diese Ausgabe möchte ich gerne zum Anlass nehmen, für Holgers Magazin eine Lanze zu brechen, es ist wirklich einmal an der Zeit. Und zwar deshalb, weil es kaum ein anderes Magazin gibt, das so inspirierend ist. Wie wohl die meisten Triodenfreaks - egal, ob der 2A3, AD1, EBIII, 45, 300B, RE604, VT52 oder welcher Triode auch immer verfallen - baue auch ich meine Lautsprecher selbst, einfach weil der Markt fast ausnahmslos aus langweiligen, glattgebügelten, für Trioden ungeeigneten, ineffizienten Lautsprechern besteht. Und natürlich weil Lautsprecher bauen Spaß macht. Und weil das Ergebnis meist besser und günstiger ist als der am Markt angebotene Langweilig-Fi-Kram. Punkt.
  
   
Nun geht es mir ja gar nicht darum, bestimmte Bauvorschläge 1:1 nachzubauen, obwohl die meisten Leser wohl genau das tun und so soll es ja auch sein. Vielmehr bin ich immer wieder aufs Neue von den unkonventionellen Ideen begeistert, die Holger Barske und sein Team da so präsentieren, sei es z.B. bei der Kombination von Chassis für eine Box oder der Verwendung von IKEA-Möbeln als Lautsprecherständer wie in der aktuellen Ausgabe. Ein 70-Liter-Retro-Monitor auf einem abgesägten IKEA-Hocker mit 12"-Tieftöner und einem bis 40 kHz hochlaufenden Konushochtöner, das ist einfach saucool.
    
   
Viele meiner eigenen Bauaktivitäten sind gerade deshalb durch K+T inspiriert, weil hier oft um die Ecke gedacht und man immer wieder auf neue "dumme Gedanken" gebracht wird. Und nicht selten ergeben sich genau aus diesen vordergründig schrägen Ideen in der Praxis ganz erstaunliche und unerwartete Ergebnisse...
 
Dafür, lieber Holger, möchte ich Dir meinen Dank aussprechen und hoffe, dass es mit der K+T erfolgreich weitergeht. Ich werde Euch jedenfalls als Abonnent treu bleiben und nach Auslaufen des Papier-Abos auf das E-Paper umschwenken, welches es erfreulicherweise gibt - bei dem (geringen) aufgerufenen Preis muss man sich ja fast schon fragen, wie ein solches Magazin überhaupt existieren kann...

Montag, 4. Februar 2013

EAK Suhl PS 50W - DDR-Plattenspieler

Um es einmal so richtig platt mit Ludger Pistor alias Hardy Flanders zu halten: "Das ist doch wirklich ein dicker Hund!" (aus Der Tod kommt krass). Da bin ich heute bei Robert (der übrigens auch nicht auf den Norddeutschen HiFi-Tagen war) und sehe diese dicke "Brotbox" in seinem Wohnzimmer stehen. Auf meine Nachfrage öffnet er die Front und zum Vorschein kommt ein alter DDR-Plattenspieler von EAK Elektro-Apparatefabrik Köppelsdorf. Dieser war wohl der erste Plattenspieler, der in der DDR gebaut wurde und stammt aus der Zeit Ende der 1940er-/Anfang der 1950er-Jahre. Es handelt sich um das Modell EAK "Suhl" PS 50W mit 78 UPM für Schellackplatten.
 
Viele, viele Ersatznadeln von Supraphon - die die Bezeichnung "Nadel" auch noch tatsächlich verdienen - liegen ebenfalls parat. Sobald das gute Stück restauriert ist, kann´s losgehen: DAS ist doch wirklich alles andere als Langweilig-Fidelity...
   






Samstag, 2. Februar 2013

Hi-Fi, Low-Fi, Langweilig-Fi

Sorry, Folks. Nix für ungut, aber heute ging's einfach nicht. Der Wecker klingelte früh, sehr früh, und dann vermischten sich plötzlich Zweifel, Müdigkeit und Unlust zu einem großen Motivationsloch: Warum, um Himmels Willen, sollte ich heute nach Hamburg zum "Hörtest" fahren?! Wegen der wuselnden HiFi-Nerds? Wegen der quacksalbernden Vertriebler, die den neuesten Sonnenwind-Ionenhochtöner anpreisen? Um mir irgendwo wieder Ulla Meineckes Tänzerin reinzuwürgen?
  
Jetzt mal ehrlich, wirklich neue, scharfe Geräte abseits vom Mainstream sind nicht zu erwarten. Ein letzter Blick in die Ausstellerliste - weitgehend identisch mit der letztjährigen - lässt viele interessante Hersteller vermissen. Dieses Jahr habe ich einfach keine Lust auf "Langweilig-Fidelity". Vielleicht bin ich auch etwas unfair, die Veranstalter geben sich ja wirklich alle Mühe. Ich glaube vielmehr, dass solche Events grundsätzlich nichts mehr für mich sind. Das liegt halt einfach an mir selbst. All jene, die nach meiner Vorankündigung Anfang Januar auf eine Quasi-Liveberichterstattung gehofft hatten, bitte ich um Nachsicht.
 
[Edit: Die besten Bilder gibt´s sowieso wie immer bei Holger: Klick!]